Was ist Kunst?
Hierfür habe ich im Repertoire keine äußerlich eigenen Gedanken, sondern würde mich darauf beschränken, was jemand anderes mal gesagt hat, was stark mit mir resoniert hat.
Kunst ist verstoffwechseltes Denken.
Ich finde, es geht noch nicht weit genug. Kunst ist die Verstoffwechselung eines Seins.
Der Künstler ist in jedem Pinselstrich, jeder gespielten Note oder jedem geschriebenen Wort.
Der Künstler selbst ist auch nur ein Produkt einer Gesellschaft. Das geschaffene Werk, nun getrennt vom Künstler, steht wiederum in einer Wechselwirkung mit der Gesellschaft. Die Gesellschaft spiegelt sich in Teilen der Kunst oder steht zu ihr in Opposition.
Dieses Spannungsfeld kann man zwischen Individuen und der Gesellschaft, die sie hervorgebracht hat, aufstellen. Jedes Kunstwerk findet sich in diesem wieder, wenn wir alle Gesellschaften als ein System betrachten würden. Da sich jedoch die Welt und die Menschheit in verschiedene Teile aufteilen, kann so die Differenzierung des Individuums in Gesellschaften übergehen, die sich voneinander unterscheiden und gegenseitig befruchten.
Kunst ist kopieren, verändern, tragen, einfärben und noch so vieles mehr. Kunst steckt im Absichtlichen, aber auch im Unabsichtlichen. Ist alles Kunst? Was ist Kunst dann noch, wenn das reine Sein schon Kunst ist? Wenn Kunst auch schon das Unabsichtliche erfasst, dann glaube ich, setzt Kunst in erster Linie einen Beobachter voraus, der die Kunst wahrnehmen kann und eine Resonanz verspürt. Diese Verbindung, die sich auch vielleicht in einem Gefühl von Einsamkeit oder Distanz ausdrücken kann.