Osman Balde

Wie ein Fisch im Wasser

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Delfine und Wale sind bekanntermaßen Säugetiere und müssen wie wir Menschen auch ihre Lungen regelmäßig mit Sauerstoff füllen, was sie nicht einfach wie Fische mit ihren Kiemen aus dem Wasser filtern können.

Dennoch werden Delfine und Wale oft von Menschen als Fische gesehen, in die gleiche Kategorie gepackt und so weiter. Dabei sind die relevantesten Faktoren ihr Aussehen und der Ort, wo sie sich aufhalten. Beide Tiere sind durch ihre Umgebung geprägt und haben deswegen beide einen stromlinienförmigen Körper. Man nennt diesen Prozess konvergente Evolution. Die ähnlichen Bedingungen machen ähnliche Anpassungen erforderlich.

Ich würde dieses Konzept gerne auf die psychologische Evolution von Personen packen. So kann es sein, dass wir einen Menschen in eine für ihn vollkommen fremde und ungewohnte Umgebung packen können. Sollte dieser Mensch erfolgreich werden, gibt es sicher einige Anpassungen, die ihn ähnlicher zur Durchschnittsperson in dieser Umgebung machen sollten, weil dies wahrscheinlich dafür sorgt, dass man besser vorankommt.

Die Stromlinienförmigkeit ist ja in erster Linie dafür da, besser durch das Wasser zu kommen, und nicht, um als Fisch wahrgenommen zu werden. Mimikry haben wir auch in der Natur, wenn eine Spezies versucht, eine andere nachzuahmen, damit sie die abschreckenden Effekte von dieser erhält, ohne sich häufig die Mühe zu machen, eigenes Gift und Klauen zu entwickeln.

Der Vergleich wäre ein Mensch, der sich zum Beispiel wie ein Gangster kleidet, um die Effekte davon zu bekommen, dass sich andere vor ihm fürchten, sich dann aber nicht wehren kann, wenn eine andere Gang ihn für einen Rivalen hält.

Wir Menschen entwickeln uns über unser Leben genauso sehr, wie sich die Tiere auch über die Zeit an ihre Umgebungen anpassen. Unser Geist ist flexibler, formbarer und deshalb kann er viele Verwandlungen durchführen.

Deswegen ist es so wichtig, mit was wir uns umgeben, weil auch immer ein Teil unserer Umgebung in uns reinfließt.