Osman Balde

Übers Ausprobieren

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Vor einigen Jahren noch hätte ich gesagt, dass Musik für mich wie Magie ist. Ich wollte sie auf der einen Seite nicht verstehen, weil ich dadurch nie die kindliche Unkenntnis davon verloren habe, wie Harmonien, Melodien etc. funktionieren, und auf der anderen Seite habe ich es mir immer sehr schwierig vorgestellt, ein Instrument zu lernen.

Die Stunden der Wiederholung, in denen man die gleiche Aktivität immer und immer wieder macht, um ein Stück zu lernen, das man nur isoliert spielen kann, aber dann nicht mal wirklich Musik mit anderen machen kann. Also, wenn dann schon richtig, dann will ich auch Musik verstehen, und das dauert sicher noch länger.

Es hat echt lang gedauert, dass ich mich quasi an die Musik rangetraut habe, und ich bin jetzt bei weitem noch entfernt davon, ein guter Musiker zu sein. Doch was mir das nochmal gezeigt hat, ist, dass man selbst als Erwachsener noch ganz gut was lernen kann, gerade wenn man ein Ziel hat und Spaß beim Lernen. Der Spaß wird so häufig hintangestellt, obwohl ich glaube, dass er in meinem Fall der größte Beschleuniger für das Lernen war und warum es keine Hürde, sondern eher wie eine magnetische Anziehungskraft ist, die mich wieder zum Klavier bringt.

Mittlerweile bin ich offener geworden. Das eine Instrument war wie eine Tür, um Musik zu verstehen, und jetzt kann ich mich an einen Bass setzen und wenn ich nur zwei, drei Saiten ohne komplizierte Griffe zupfen muss, kriege ich auch was Einfaches hin. Es ist genau gleich mit einer Trommel oder allen anderen Instrumenten, die ich seitdem in die Hand bekommen habe. Die Fähigkeiten lassen sich zum Teil übertragen und es ist, als hätte ich ein tieferes Verständnis von den gleichen Geräuschen, die ich sowieso schon immer am Hören war.

Ich bin dankbar für meine verschiedenen Lehrer, die mich auf diesem Weg begleitet haben und hoffentlich in Zukunft auch noch werden.

Mein Unverständnis habe ich verloren, aber meine kindliche Faszination für Musik ist immer noch da. Sie ist jetzt sogar noch stärker und untermauert von einem Verständnis, wie das Werk in Teilen geschaffen wurde oder besser noch, wie es funktioniert.

So muss sich sicher ein Architekt fühlen, wenn er in eine schöne Moschee oder einen Dom geht.