Osman Balde

Ausweichen

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Manchen Dingen kann man ausweichen oder man zieht sie hinter sich her.

Nicht alles, was ein purer Strom an reinem Bewusstsein ist, ist irgendwie auch schon wieder unauthentisch.

Ob ich diesen Artikel wirklich mehrmals gelesen und überarbeitet habe oder einfach nur in die Tasten fließen lassen habe, ist etwas für die richtigen Kenner.

Die verstehen direkt, ob es sich um etwas Authentisches, eigene Gedanken oder nur um die Ideen aus zwei halb verdauten YouTube-Video-Essays und einem vor Wochen gelesenen Buch handelt.

Ducken

Wenn ich darüber nachdenke, wann man ausweichen sollte, dann stellt sich für mich die Frage, ob das, wovor man am Ausweichen ist, ein Bumerang oder schlimmer noch ein Tetherball ist.

Wenn man sich nicht sicher ist, könnte es sich lohnen, zu versuchen, das Projektil zu fangen. Es fordert sehr viel Konzentration und wenn man jemandem mit einer Pistole gegenübersteht, dann will man sicher nicht versuchen, die Kugel zu fangen.

Um meine metaphorische Bildsprache zu unterbrechen: Manche Situationen sind wie chemische Reaktionen, bei denen es einer Aktivierungsenergie bedarf, damit man sie von dem einen Zustand in einen anderen bewegen kann. Wird diese nicht erreicht, so verändert sich nichts und das System bleibt in seinem Istzustand.

Wird sie erreicht, so tritt Veränderung ein.

Der beste Weg, um nicht von einigen Sachen geoneshottet zu werden, ist wahrscheinlich, nie mit ihnen in Kontakt zu kommen. Hier gerne das beliebige Übel in deinem Leben einsetzen, wo du dir gewünscht hättest, dass du niemals damit in Kontakt gekommen wärst.

Also wollen wir nicht darauf angewiesen sein, einer Kugel auszuweichen, sondern die Person daran zu hindern, zu schießen oder in Deckung zu gehen. Das kann aber nur gelingen, wenn man seinen Blick über den Horizont schweifen lässt und sich umsieht.

Tunnelblick

Wir bewegen uns von Tag zu Tag. Die Routinen sind gleich oder zumindest ähnlich. Die Orte sind vertraut und auch die Leute, die wir nach der Arbeit sehen, sind uns bekannt.

Wir sind auf dem Weg, der Blick ist häufig auf die Aufgaben des Alltags konzentriert und eher weniger auf die allgemeine Ausrichtung. Wohin führt der Weg, wer wird hier bewegt?

Abhängig davon, wie das Terrain ist, wie steil der Weg ist und wie viel Kraft wir noch haben, ist es hart, seinen Blick von seinen Füßen oder den paar Metern davor zu bewegen.

Es gibt sicher ein paar Leute, die das andere Problem haben und vielleicht einen Großteil ihrer Zeit mit dem Gucken verbringen, ihren Blick über den Horizont schweifen lassen und dabei vielleicht die Steinchen vor ihnen gar nicht sehen. Es ist natürlich auch schwierig zu rennen, wenn das Terrain schwieriger wird und ich mich nicht auf den Weg konzentriere.

Und ein Loch in den Tunnel zu hauen, könnte ganz schön schwierig werden. Von heute auf morgen ein neues Leben anzufangen ist quasi wie mit dem Kopf direkt durch die Wand zu gehen, und manchmal mag das klappen, aber 9 von 10 stoßen sich dabei nur den Kopf.