Motivation Teil 3 von 3
Gewohnheiten
Ein großer Teil von Selbstverbesserungsliteratur dreht sich nur darum, wie man solide Gewohnheiten aufbauen kann, schlechte ablegen kann und welche die erfolgreichsten Menschen auf dem Planeten haben.
Ich für meinen Teil halte Gewohnheiten für leicht überwertet, aber dennoch essentiell, wenn man es hinbekommen will, dass gute Verhaltensweisen regelmäßig auftreten und schlechte eher seltener. Sie sind das Produkt reiner Wiederholung, vielleicht auch eines Teils Konditionierung. Einmal aufgebaut, fällt es uns schwer, uns dann nicht mehr an die Gewohnheiten zu halten, und einige davon gehen in Mark und Bein über. Andere hingegen verschwinden, sobald sich die erste Gelegenheit ergibt: So kann man richtig in seinem “Gym-Grind” drin sein, aber dann ist man eine Woche krank und schon fällt es wieder schwer, sich zum Trainieren zu bewegen. Aber warum passiert das Ganze immer wieder, warum halten einige Gewohnheiten für immer und andere, bei denen wir es wollen, sind schnell wieder weg?
Jede Gewohnheit folgt drei Zyklen: Aufbauen; Beibehalten; Zerstören
Wie bei vielen Dingen kann das Zerstören bzw. Verlernen von schlechten Gewohnheiten tatsächlich schwieriger sein als das neue Erlernen von einem Skill. Deshalb ist es unfassbar wichtig, wenn man mit etwas Neuem anfängt, ein wenig Zeit darauf zu investieren und zu schauen, was die Best Practices sind und was andere Menschen schon für Fehler gemacht haben, damit wir nicht wieder die gleichen machen müssen.
Aufbauen
Wie oben schon beschrieben ist eine der wichtigsten die Aktivität häufig zu wiederholen. Kontextbezogen und wenn es noch eine Form von Belohnung gibt, haben wir die essentiellen Bestandteile zusammen, um uns eine Gewohnheit zu bauen. Kontext ist hier der entscheidende Teil, ob du eine performative Gewohnheit anfängst oder es schaffst, dass die Gewohnheit für dich auch Sinn ergibt.
Man kann sich also auch in Gewohnheiten gefangen halten, weil diese sich selbst wieder bestärken. Kontext ist der Faktor, der, wenn die Gewohnheit ausbleibt, quasi darum bittet, dass diese wieder durchgeführt wird. Wenn ich mir zum Beispiel nur eine GYM-Gewohnheit entwickelt habe, weil es das ist, was man heute halt so macht, dann werde ich feststellen, dass es mir besonders schwierig fallen wird, wieder nach der Krankheit anzufangen. Die Gewohnheit hat sich also recht gut in einem Rhythmus selbst betrieben, aber es gab keine äußere Schleife, die die Gewohnheit hätte wieder aktivieren können.
Wichtiger als sich direkt viel vorzunehmen, sind kleine konstante Verbesserungen, die wir machen können. Für meine heutige Lesegewohnheit habe ich mit einer Seite pro Tag angefangen. Weil es häufig auch nur das Starten ist, was schwierig ist. Damals habe ich dann nicht nur immer eine Seite gelesen, sondern im Durchschnitt 15, was dann quasi schon ein Buch alle 20 Tage ist. Heute nehme ich mir schlicht vor, 10 Seiten an einem Tag zu lesen, was mich auch meistens nicht mehr als 10 Minuten kosten sollte, die ich auch immer irgendwo habe. Auch heute ist die durchschnittliche Anzahl, die ich am Lesen bin, weit über den 10, aber ich bleibe bei einem konstanten Ziel, was ich halten kann.
Beibehalten
Ich halte diesen Teil für den einfachsten, weil ich hier sehr formelhaft herangehen kann.
Wir wollen die Reibung möglichst gering halten, um in unserer Gewohnheit zu bleiben. Ist es jeden Tag genug Wasser zu trinken und ich mag diesen einen Tee, dann sollte ich ihn mir auch holen. Hat man einmal ein System, dann gibt es viele Kräfte, die einen in alle Richtungen ziehen. Vielleicht habe ich gerade damit angefangen, keine Süßigkeiten mehr zu essen, und jetzt sitze ich bei meinem besten Freund auf der Couch und muss mich in einen mentalen Kampf mit der Schokolade begeben.
Ausweichen Am besten wird man von solchen Dingen erst gar nicht getroffen, weil man sie schon erahnen kann. Wir müssen doch nur gucken, was die Verlockungen sind, die uns vom Weg abbringen könnten, und ihnen aus dem Weg gehen. Und manchmal muss man auch den Arm abschneiden, um den Körper zu retten. Wenn der Erhalt der Gewohnheit wichtig genug ist, dann sollte man auch bereit sein, die Kosten aufzunehmen, weil man Gewohnheiten leicht zerstören kann.
Zerstören
Kontext, Belohnung und Wiederholung.
Zuerst brauchen wir einen richtigen Kontext, also einen Geisteszustand, der versteht und begreift, warum diese Gewohnheit nicht gut ist. Wie wir aber auch bei vielen anderen Sachen: Es wiederholen sich die Sachen auch, wenn sie nicht gut sind, weil unser Belohnungssystem danach kreischt, wir eventuell keine Ressourcen haben, um uns davor zu wehrenBiologie, oder unsere Umgebung das Verhalten begünstigt. Um eine Gewohnheit nachhaltig zu zerstören, muss ich sie auf all diesen Ebenen entfernen, sodass, selbst wenn ich mit einem Trigger in Berührung kommen sollte, dieser mich nicht aktiviert, so wie früher.