Osman Balde

Mechanismen Teil 2 von 6

Rückkopplungsschleifen

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Spiralen, Fraktale und Rückkopplung

Wiederholung auf unterschiedlichsten Ebenen ist um uns herum und prägt jede Sekunde unseres Lebens. Es gibt die nicht willentlichen Wiederholungen, wie das Blinzeln, Atmen oder Verdauen. Die Dinge, die wir als Aktivitäten einfach immer wieder tun wollen, wie Essen, Trinken, Schlafen und Spaß haben. Und dann noch die Dinge, die wir immer wieder tun: unsere Gewohnheiten, Muster und Rituale. Unsere Gedankenschleifen von Grandiosität bis hin zu Selbstzweifeln, die sich täglich immer wieder wiederholen.

Alle sind sie Schleifen, die sich selbst durch ihre Aktivitäten in regelmäßigen Abständen wieder abrufen. Es gibt die positiven und negativen Schleifen, also versuche ich hier einmal, eine Art universale Beschreibung von Schleifen zu wagen. Vielleicht komme ich in regelmäßigen Abständen zu diesem Artikel zurück und kann Schleifen um das Thema der Schleifen drehen.

Grundbausteine

Damit ein Verhalten überhaupt entstehen kann, muss es erstmal als Gedanke vorliegen. Niemand kann etwas tun, noch es wiederholen, wenn es als Idee erstmal nicht vorliegt. Deshalb kann man auch wirklich davon sprechen, wenn jemand etwas noch nicht erfahren hat, also kein eigenes Bild davon hat, dass sie quasi blind ist. Weil ohne ein passendes Bild kann der Gedanke für sie gar nicht erst aufkommen.

Du musst etwas zuerst denken können, bevor du es machen kannst. Sich also Zeit zu nehmen, um ein klares Bild davon zu bekommen, wo man landen möchte, ist extrem wichtig.

Liegt der Gedanke also vor, ist er erstmal eine schwache und lose Verbindung. Damit der Gedanke häufiger auftritt, muss er zu einer Art Knotenpunkt werden, über den viele andere Aktivitäten laufen. Genau das passiert, wenn wir gewisse Gefühle, Aktivitäten oder Personen mit Zuständen, Ideen und sonstigen Abstraktionen in unserem Kopf verknüpfen.

Bei jedem Grundbaustein ist es auch erstmal total egal, ob die Sachen positiv oder negativ für einen selbst sind. Wichtig ist, wie häufig wird der Gedanke initial aktiviert und in welcher Kombination von Gedanken tritt das Ganze auf.

Jetzt brauchen wir noch ein Sättigungsverhältnis, welches bestimmt, wann die Aktivität ausreichend durchgeführt ist, und einen Auslöser, der den Gedanken wieder präsent macht.

Formeln

Wenn ich etwas immer wieder machen möchte, so sollte dies möglichst einfach sein. Also wenig Reibung beinhalten. Das Gegenteil kann auch genutzt werden, wenn ich etwas weniger wahrscheinlich machen möchte. Jede Form von Reibung ist ein Moment, an dem die Schleife gebrochen werden kann, aber am wichtigsten sind die Glaubenssätze, die dem Ganzen zugrunde liegen.

Viele Schleifen bauen auch weitere Unterschleifen auf, indem sie zum Beispiel weitere Aktivitäten nötig machen. Ist man ein Raucher, der sich seine Zigaretten selbst dreht, dann braucht man in regelmäßigen Abständen Filter, Tabak und Papier. All dies will in regelmäßigen Abständen wieder aufgefüllt werden, wenn man damit weitermachen will, und kann somit als eine Unterschleife einer Überschleife verstanden werden.

Wenn wir uns also unsere jetzigen Muster und Abläufe anschauen oder wir neue etablieren möchten, schadet es nicht, sich zu veranschaulichen, welche anderen Prozesse quasi darein fließen und welche anderen sich davon ableiten werden.

Wiederholen, wiederholen, wiederholen

Sicherlich am selbsterklärendsten. Wenn man möchte, dass etwas zu einer Schleife wird, die sich selbst aufruft, muss man auch, wenn sich der Moment bietet, die Chance nehmen und sich dem auch ergeben. Wenn ich versuche, sozialer zu werden, und ich eine Einladung bekomme, dann muss ich diese auch wahrnehmen. Wenn ich trainieren möchte und auch häufiger trainieren will, dann muss ich, wenn ich an das Trainieren denke und es auch tun kann, einfach machen.

Das Nike-Motto „Just do it“ lässt sehr viele Drumherumhängemechanismen weg, wie dass man es nicht einfach machen kann, sondern eine Art Vision braucht. Dass man sich darüber Gedanken machen muss, wann und wo man die jeweiligen Sachen machen kann und welche Grundvoraussetzungen diese Sachen haben. Wann eine Sättigung erreicht ist und was die jeweiligen Trigger sind, wieder anzufangen.

Gewinner gewinnen

Gewinnen und Verlieren läuft auch in Schleifen ab und das über unser ganzes Leben. Leute, die viel gewinnen, tragen sich anders. Das sieht man schon bei Kindern im Kindergarten, bei Profiatleten und sogar bei den Personen bei Quizshows.

Es ist deshalb, glaube ich, sehr wichtig, dass Menschen Erfolgserlebnisse haben, Ziele erreichen und sich diese Erinnerungen aktiv ins Gedächtnis rufen können. Es sind solche Erfahrungen, aus denen wir sehr viel Kraft und auch große Teile unseres Selbstbilds ziehen. Welche Schleife ist hier naheliegend? Ist es die Erzählung des ewigen Verlierers oder ist es eine gute Schleife, die dich darin bestärkt, dass du es schaffen kannst?